20 Aus dem Rathaus COWORCare in der Grunwald-Villa: Was steckt hinter diesem Konzept? dem Das Probier-Coworking in der Grunwald-Villa steht unter Arbeitstitel „COWORCare-Space in He- mau“. Was steckt hinter dem Begriff und welchen Nutzen soll dieses spezielle Angebot bringen? „Da He- mauer“ hat dazu mit dem Projektleiter Hans-Peter Sander von der CoWork- Land-Genossenschaft ge- sprochen. „COWORCare“: Was bedeutet das? Da sind zwei englische Wör- ter zusammengeworfen: „Coworking“ und „Care“. „Coworking“ steht für „Arbei- ten in Gemeinschaft“, „Care“ für „Sorgearbeit“ im weites- ten Sinne, also sich um Men- schen kümmern, die alltäg- liche Herausforderungen oft nicht aus eigener Kraft be- wältigen können. Typischer- weise also Ältere, Kinder oder Kranke. tatsächlich Coworking und Kinderbetreuung zusam- mengeführt wurden, betre- ten wir mit der Kombination Coworking – Sorgen für Älte- re bzw. Langzeitkranke ech- tes Neuland. Was ist denn das Besondere an einer solchen Verbindung von Coworking und Care? Dahinter stecken viele Fra- gen, die das Projekt beant- worten soll. Zum Beispiel: Kann man das bei den be- sonderen Bedarfen von Sor- genden in einem „klassi- schen“ Coworking Space überhaupt integrieren? Ein anderes, entscheidendes Thema ist die Bezahlbar- keit: Sind Arbeitgebende be- reit, ihren Beschäftigten mit Sorgeverantwortung einen wohnortnahen Arbeitsplatz nicht nur zu „erlauben“, son- dern sich auch an der Be- zahlung zu beteiligen? Für welchen Ansatz steht „COWORCare“? Das ist eine noch neue Kom- bination: „Arbeiten in Ge- meinschaft“ und maßgeschneidert für Sorge- arbeit leistende Berufstäti- ge ermöglichen. Während es in Großstädten schon zarte Pfl änzchen gibt, bei denen gezielt Und was sagen die Arbeitgebenden dazu? Wir stehen hier noch ganz am Anfang. Wir suchen in- tensiveren Austausch mit Ar- beitgebenden etwa über den Familienpakt Bayern, der fa- milienfreundliche Unterneh- men zusammenbringt. Es braucht Geduld und gute Ar- Industriestraße 47 Industriestraße 47 92345 Dietfurt 92345 Dietfurt 08464 – 8670 08464 – 8670 fliesen-irrler.de fliesen-irrler.de fliesen@irrler.de fliesen@irrler.de 1 Fachhandel für: Fliesen, Natursteine, Mosaike, Fachhandel für: Fliesen, Natursteine, Mosaike, Fensterbänke, Terrassenpla�en, Verlegematerial Fensterbänke, Terrassenpla�en, Verlegematerial Fachmännische Verlegung, Beratung und Planung Fachmännische Verlegung, Beratung und Planung 12.1.11 t a v i r p : o t o F gumente, den Ansatz zu er- klären und weiterzuentwi- ckeln. Und wir brauchen vor allem Pilotpartner aus der Wirtschaft, die das mit uns einfach mal testen. Und dann spielt ja auch die Kommune eine wichtige Rolle. Welchen Nutzen soll COWORCare hier in Hemau stiften? Mehr Menschen im Ort zu halten, bringt Nutzen in al- len Richtungen: Kaufkraft, Lebendigkeit, Umwelt, ge- sellschaftliches Leben, Ge- sundheit etc. Und das geht mit dem COWORCare noch darüber hinaus, das sorgen- de berufstätige Angehöri- ge und Ehrenamtliche ent- lasten soll. Indem ihnen ein Ort für wohnortnahes Arbei- ten und Rückzug geschaffen wird, könnte es ihnen besser- gehen. Und geht es den Sor- genden besser, geht es auch den zu umsorgenden Men- schen besser. Nun ist ja die Zahl sorgender berufstätiger Angehöriger und auch Ehrenamtlicher in der Kleinstadt Hemau deutlich kleiner als in einer Großstadt. Fehlt da nicht die „kritische Masse“? Ja und wahrscheinlich nein. Wir können die Idee nämlich noch weiter spinnen: In He- mau leben knapp zweitau- send Menschen über 65. Wie schön wäre es für sie, wenn sie öfter von ihren Kindern oder Enkeln besucht und un- terstützt würden? Das ginge auch werktags, wenn sie in Hemau zu Besuch auch ihre Schreibtischarbeit erledigen könnten. Ein Arztbesuch, ein Spaziergang, Hilfe beim Ein- kaufen – das braucht meis- Hans-Peter Sander tens nur wenige Stunden, während der Rest des Ar- beitstages produktiv im COWORCare Space ver- bracht werden könnte. Touristisches Potenzial steckt da also auch drin? Das ist doch vorstellbar. Kin- der besuchen Mutter oder Va- ter in ihrer Heimatstadt He- mau nicht nur mal an einem seltenen Wochenende, son- dern immer wieder, für mehre- re Tage, in der Arbeitswoche. Mobiles Arbeiten in einem gu- ten Coworking Space macht das ja möglich. Dass das auch wirtschaftliche Effek- te bringt, ist hinlänglich wis- senschaftlich untersucht und belegt: Umsätze durch Über- nachtungen, Einkäufe, Res- taurantbesuche usw. Das klingt ja verheißungsvoll. Was also tun? Das ist gar kein Hexenwerk: Wer kann, sollte es einfach mal ausprobieren! Wer die Idee gut fi ndet, sollte in der Familie, im Bekanntenkreis, in der Firma darüber sprechen. „Schau‘n mer mal!“ ist gut, aber es geht mehr: Hier in He- mau besteht die Chance, et- was Gutes, Neues zu entwi- ckeln und auszuprobieren. Auf einen Blick Sie haben noch Fragen oder Interesse am Pro- jekt? Dann melden Sie sich bei Hans-Peter Sander per E-Mail an hans-peter@ coworkland.de.